Den Mächtigen das Fürchten lehren
Zehntausende protestieren in Genf gegen den G7-Gipfel in Évian und demonstrieren ihren Unmut mit der kapitalistischen Weltordnung. Ein Bericht von der Strasse.
Willkommen sind wir trotzdem nicht
Die Schweizer Stimmbevölkerung hat über den Bevölkerungsdeckel der SVP entschieden. Die Initiative gibt den Schweizer*innen das Recht, uns migrantisierte Personen mal wieder öffentlich und lautstark zu hassen – und das ganz unabhängig vom Resultat der Abstimmung.
Schon 16’000 Mohameds!
Es ist wieder mal Zeit zu entscheiden: Wie hältst du’s mit den Ausländer*innen?
«Meine Kinder sollen nicht in Angst, sondern in Frieden schlafen»
Rund 700 asylsuchende Kinder müssen in der Schweizer Nothilfe unter prekären Bedingungen aufwachsen. Zwei Mütter berichten von ihrem Überlebenskampf.
Zivildienstgesetz: Nationalisten unter sich
Am 14. Juni 2026 stimmt die schweizerische Stimmbevölkerung über eine Verschärfung der Militärdienstpflicht ab – der Zugang zum Zivildienst soll dabei erschwert werden. In der öffentlichen Debatte um die Abstimmung ist für SVP bis Junge Grüne klar: Man hat dem Staat zu dienen.
Bern will «die Antifa» verbieten – und scheitert dabei schon an der Logik
Der Grosse Rat des Kantons Bern hat für ein Antifa-Verbot gestimmt. Das ist nicht nur rechtlich absurd, sondern politisch brandgefährlich.
Zwischen Gefängnis und Nothilfe ↗
Weder ausreisen noch bleiben ist erlaubt
Nach einer Polizeirazzia in einem Zürcher Rückkehrzentrum erhält ein Asylsuchender einen Strafbefehl wegen rechtswidrigen Aufenthalts – obwohl er das Land laut Dublin-Verordnung gar nicht verlassen darf.
Unrechtmässig verschuldet
Die Zürcher Staatsanwaltschaften verhängen oft unzulässig hohe Geldstrafen für abgewiesene Asylsuchende, die täglich von 10.50 Franken Nothilfe leben. Trotz Kritik der Demokratischen Jurist*innen bleibt die Praxis bestehen. Strafen sollen aber bald durch gemeinnützige Arbeit beglichen werden können.
Wenn die Polizei in die Unterkunft kommt
Alle paar Wochen durchsucht die Polizei im Rückkehrzentrum Urdorf Bewohner bis auf die Unterhose. Viele erhalten danach Strafbefehle wegen rechtswidrigen Aufenthalts und bis zu einem Jahr Haft. Unsere Recherche zeigt: Das Vorgehen hat Methode – funktioniert aber nur, solange niemand hinsieht.
Die SP im Dienst des Kapitals
Der Abstimmungskampf gegen die «10 Millionen Schweiz» zeigt: Für die Führung der Sozialdemokratie sind gute Beziehungen zu Europa zentraler als Menschenrechte und Solidarität mit Geflüchteten.
Die «10 Millionen Schweiz» ist ein Frontalangriff auf alle Lohnabhängigen
Unter dem Schlagwort Dichtestress warnt die SVP vor ökologischen Folgen von Bevölkerungswachstum. Die Initiative ist ein politisches Ablenkungsmanöver von Verteilungsfragen und im Kern ein rassistischer Angriff auf die Rechte aller Arbeiter*innen. Eine Analyse.
Messerangriff in Winterthur: Sechs Stunden reichen, um den Rechtsstaat zu begraben
Bevor auch nur eine Anklageschrift vorliegt, steht das öffentliche Urteil fest: Der Angreifer von Winterthur ist ein Terrorist. Während Medien und Politiker*innen von links bis rechts dieses Narrativ verbreiten, treten sie juristische Grundrechte mit Füssen.
Aufwertung für wen?
Wer im Kanton Zürich wohnt, merkt es längst am eigenen Portemonnaie: Wohnen wird zum Luxus. Während sich die Wohnkrise verschärft, rollen Gemeinden und Kanton dem Kapital den roten Teppich aus – und verpacken die Vertreibung der Bevölkerung hübsch als «Standortförderung».
Acht Wege, dich im Internet zu finden
Wer sich im Internet bewegt, hinterlässt zwangsläufig Spuren. Unsere Kolumnistin maia arson crimew zeigt, wie sich unterschiedliche Daten zu einem intimen Gesamtbild ergänzen – und wie man sich dagegen schützen kann. Ein Listicle.
«Ich sprach und lachte extra leise, um mich an die Schweiz anzupassen»
Delfina Gonzalez floh vor der Franco-Diktatur und kam als Saisonniere in die Schweiz. Heute kämpft sie für die Aufarbeitung dieser Zeit. Ein Gespräch über das Leben im Schatten und warum der Saisonnier-Statut heute noch aktuell ist.
Sie ist angeklagt – und darf nicht an ihren Prozess
Eine Mutter von drei Kindern muss sich vor dem Strafgericht verantworten. Doch die Familie wird vor dem Prozesstermin zwangsweise in die Türkei ausgeschafft. Die Migrationsbehörde weigert sich, die Einreisesperre vorübergehend aufzuheben.
Nazis marschieren gegen das Vaterland
Heute demonstriert die rechtsextreme Bewegung in Luzern gegen das neue Rahmenabkommen Schweiz-EU. Das Abkommen soll die Beziehungen zur EU stärken und dient in erster Linie dem Schweizer Kapitalstandort. Nationalisten kämpfen also gegen die Machtansprüche der Nation – ein Widerspruch, oder?
Tax the poor, feed the rich
Mit dem Entlastungspaket 27 treibt das Schweizer Parlament Umverteilung von unten nach oben voran. Warum der Bund trotz Milliardenüberschuss bei der breiten Bevölkerung kürzt und wer wirklich davon profitiert.
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Geschichte heute ↗
Die koloniale Neutralität der Schweiz
Ein Treffen vor 54 Jahren zeigt, wie die Schweiz ihre «Neutralität» als Deckmantel für koloniale Geschäfte nutzte.
Als Feminist*innen Frieden neu dachten
Aufrüstung, Kriege, Drohgebärden: Was die 1980er-Jahre prägte, kehrt offenbar zurück. Und schon damals galt militärische Stärke in Politik und Medien als alternativlos. Dem setzte die Frauen-Friedens-Bewegung eine umfassende Friedenspolitik entgegen, die einen tiefgreifenden…
Was uns die Lettenräumung vor 30 Jahren lehrt
Der Alarmismus gegenüber Drogenabhängigen in Zürich flammt erneut auf. Er ist Teil einer historischen Kontinuität: 1994 gipfelte die Gewalt gegen die Drogenmisere in der Hinrichtung dreier migrantischer Männer auf dem Lettenareal. Ein Blick zurück zeigt die Folgen der polizeilichen Repression.
Stimmen aus den Camps ↗
«Neun Monate im Gefängnis – nur weil ich keine gültigen Papiere hatte»
Abgewiesene Asylsuchende werden aufgrund ihres Aufenthaltsstatus tagtäglich von der Polizei kontrolliert, bestraft und inhaftiert. Zwei Betroffene berichten von der Gewalt, die sie erleben, und ihrem Leben zwischen Gefängnis und Rückkehrzentrum.
“Ich werde nicht vor der Migrationsbehörde knien”
Sie müssen ihre Tage draussen verbringen und erhalten keine ausreichende medizinische Versorgung. In den Schweizer Asylunterkünften regt sich Widerstand. Die Asylsuchenden Farid und Ersin erzählen von ihren Protesten für ein menschenwürdiges Leben.
„Niemand kennt das System besser als wir”
Wer selbst den Weg durch das Schweizer Asylregime bestritt, kann anderen dabei am besten helfen. Zwei Geflüchtete erzählen, wie sie durch politisches Engagement Perspektive fanden und der Isolation entkamen.


